  
Stress bei der ArbeitWoher kommt der Stress am Arbeitsplatz und was können wir gegen die Belastung tun? Im Interview Stefanie Fehr-Hoberg, Kommunikations- und Anti-Stress-Trainerin, pareto training & consulting, Münster und Honorardozentin an den Universitäten Duisburg-Essen und Münster:
 Im Interview
Stefanie Fehr-Hoberg,
Kommunikations- und
Anti-Stress-Trainerin Worin sehen Sie die Hauptursachen für Stress bei der Arbeit?Als eine weit verbreitete Ursache wird oftmals Simultantismus benannt. Dieser beinhaltet zum einen Zeit- und Termindruck sowie zu viel Arbeit und bedeutet, dass die Arbeitenden zu viele Aufgabenbereiche gleichzeitig koordinieren müssen. Und das tagtäglich. So ist es ganz normal, neben den eigentlichen Aufgaben das permanent läutende Telefon zu bedienen, sich durch die E-Mail-Flut zu arbeiten und immer und direkt verfügbar zu sein.
Weitere Ursachen liegen sicherlich in psychosozialen Belastungen, z.B. Konflikte mit Vorgesetzten oder Probleme mit Kollegen. Dazu kommt häufig auch die Angst vor Arbeitsplatzverlust.
Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Stress bei der Arbeit in den letzten Jahren entwickelt?Tendenziell hat er eher zugenommen, denn die allgemeinen Anforderungen an die arbeitende Bevölkerung sind durch die Globalisierung eher komplexer als einfacher geworden. Auch die weit verbreitete Unzufriedenheit am Arbeitsplatz gekoppelt mit der Angst vor dem Arbeitsplatzverlust verstärken diese Tendenz. Der Ausgleich im Privatleben, Freude, Entspannung, Lachen mit Familie und Freunden werden somit immer wichtiger, um langfristig gesund zu bleiben.
Wie gut können die Menschen in ihrer Freizeit abschalten?Das kommt ganz drauf an, ob zuhause der Bereich ist, in dem sie abschalten und sich wohlfühlen dürfen oder ob sie im familiären Umfeld ebenfalls stark gefordert sind durch z.B. die Pflege von kranken Angehörigen. Außerdem ist im Zeitalter von Home Office und Internet die ständige Erreichbarkeit normal geworden. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen dem Arbeits- und Privatleben und erschweren das Abschalten am Abend oder am Wochenende.
Was hilft am besten gegen akuten Arbeitsstress?Ich empfehle bei akutem Stress auf jeden Fall kurze Auszeiten, einmal innehalten und wenn möglich den Arbeitsplatz verlassen. Neben der grundsätzlichen Empfehlung, viel zu trinken ist sicherlich Kaugummikauen eine gute Möglichkeit, die hilft, akute Anspannung abzubauen und neue Energie zu tanken, den Kopf frei zu bekommen.
Um akuten Arbeitsstress langfristig zu stoppen, muss jeder seine individuellen Stressoren kennen und daraus persönliche Anti-Stress-Strategien ableiten. Angemessener Ausdauersport sowie Yoga oder Entspannungstechniken bewirken in vielen Fällen Wunder, wenn man es schafft, diesen Ausgleich dauerhaft in den Alltag zu integrieren - auch Massagen sind sehr empfehlenswert. |
...wie Sie mit Stress bei der Arbeit besser fertig werden können |
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